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Die Leber

Die Leber ist das größte innere Organ und das geduldigste. Sie hat keine Schmerznerven im Gewebe – deshalb tut sie selbst dann nicht weh, wenn sie stark geschädigt ist. Fast jeder vierte Erwachsene in Deutschland hat eine Fettleber, die meisten wissen nichts davon. Diese Seite erklärt, was die Leber leistet, warum sie im Alter besonders wichtig für die Medikamentenverträglichkeit ist und woran man eine Schädigung trotz fehlender Beschwerden erkennt.

Was die Leber tut

Die Leber wiegt etwa 1,5 Kilogramm und sitzt rechts unter dem Rippenbogen. Sie ist die Stoffwechselzentrale des Körpers:

Die Leber kann sich als einziges großes Organ des Menschen nachbilden. Diese Regenerationsfähigkeit erklärt, warum eine Fettleber sich zurückbilden kann – und warum es sich lohnt, auch spät noch etwas zu ändern.

Was sich im Alter verändert – und was daran normal ist

Nicht normal ist: Gelbfärbung von Haut oder Augen, ein wachsender Bauchumfang bei sonst abnehmendem Gewicht, auffällige Blutergüsse ohne Anlass, oder eine zunehmende Vergesslichkeit und Tagesmüdigkeit bei bekannter Lebererkrankung.

Woran man merkt, dass etwas nicht stimmt

Das Schwierige: Lange merkt man gar nichts. Wenn Beschwerden auftreten, ist die Erkrankung meist fortgeschritten.

⚠️ Drei Dinge, die bei der Leber sofort zählen

Ein häufiger Fehler im Alltag: Paracetamol steckt in vielen Erkältungs- und Kombinationsmitteln. Wer mehrere Präparate gleichzeitig nimmt, kommt schnell auf eine Menge, die der Leber schadet, ohne es zu ahnen. Deshalb: alle Packungen zum Arzttermin mitnehmen – auch die aus der Drogerie und die pflanzlichen.

Die häufigsten Erkrankungen der Leber

Fettleber – heute MASLD

Die mit Abstand häufigste Lebererkrankung: In Deutschland ist etwa ein Viertel der Erwachsenen betroffen. Seit 2023 gilt international eine neue Bezeichnung. Aus der „nicht-alkoholischen Fettleber“ (NAFLD) wurde die MASLD, die stoffwechselbedingte Fettlebererkrankung. Der Grund für die Umbenennung: Die alte Bezeichnung sagte nur, was die Krankheit nicht ist, und wirkte stigmatisierend. Die neue rückt die eigentliche Ursache in den Vordergrund – Übergewicht, Insulinresistenz, Typ-2-Diabetes.

Entzündet sich die Fettleber, spricht man von MASH. Daraus kann eine Vernarbung und schließlich eine Zirrhose entstehen. Neu ist auch die Kategorie MetALD für Menschen, bei denen Stoffwechsel und Alkohol zusammenwirken.

Alkoholbedingte Lebererkrankung

Ein im Alter unterschätztes Thema. Die Verträglichkeit sinkt mit den Jahren deutlich, und Alkohol verträgt sich schlecht mit vielen Medikamenten. Riskanter Konsum bleibt bei älteren Menschen häufig unbemerkt, weil niemand danach fragt.

Leberzirrhose

Das Endstadium chronischer Schädigung: Funktionsgewebe wird durch Narben ersetzt. Ein Teil der Folgen ist behandelbar, die Vernarbung selbst nicht mehr rückgängig zu machen.

Virushepatitis

Hepatitis B und C verlaufen oft jahrzehntelang unbemerkt. Hepatitis C ist heute in den meisten Fällen mit Tabletten heilbar – deshalb lohnt ein Test auch im höheren Alter. Gesetzlich Versicherte ab 35 haben einmalig Anspruch auf ein Screening im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung.

Gallensteine

Sehr häufig und meist harmlos. Wenn sie den Abfluss blockieren, entstehen krampfartige Schmerzen im rechten Oberbauch, oft nach fettem Essen.

Gesunde Leber wenig Fett im Gewebe Fettleber MASLD Fett lagert sich ein Entzündung MASH Zellen gehen kaputt Zirrhose Narben statt Lebergewebe nicht umkehrbar Die ersten drei Stufen sind umkehrbar: Gewicht, Bewegung, weniger Alkohol
Fettleber, Entzündung und beginnende Vernarbung können sich zurückbilden – die Zirrhose nicht mehr. Deshalb lohnt es sich, früh etwas zu ändern.

Was der Leber guttut

Für fortgeschrittene Fälle gibt es inzwischen erstmals Medikamente: Resmetirom ist seit August 2025 in der EU zugelassen, für Semaglutid wurde die EU-Zulassung im April 2026 auf die Fettleberentzündung erweitert – in Deutschland gilt diese Anwendung nach Angaben der Deutschen Leberhilfe derzeit allerdings noch nicht. Beide ersetzen die Lebensstiländerung nicht, sondern ergänzen sie – und sie kommen nur für bestimmte Patientengruppen infrage.

Was Angehörige und Pflegende tun können

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⚕️ Diese Erklärungen ersetzen keinen Arztbesuch. Bei Gelbfärbung der Augen, zunehmendem Bauchumfang oder neu auftretender Verwirrtheit bitte zeitnah ärztlich abklären lassen.

Quellen

Neben meiner Erfahrung aus über 20 Jahren Altenpflege beruht diese Seite auf den folgenden Fachquellen. Die Links führen zum jeweiligen Original.

  1. Wie funktioniert die Leber? – gesundheitsinformation.de (IQWiG)
  2. S2k-Leitlinie Nicht-alkoholische Fettlebererkrankungen (MASLD) – DGVS, AWMF-Register 021-025, 2022 mit Ergänzungen 2024 und 2025

Tobias Hoffmann – examinierter Pfleger, seit über 20 Jahren in der Altenpflege, Praxisanleiter und Qualitätsbeauftragter. Mehr über mich und woher die Inhalte kommen

Stand: Oktober 2026. Diese Seite wird wöchentlich auf Änderungen geprüft – so arbeite ich. Angaben ohne Gewähr – im Zweifel gilt die Auskunft Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes.